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Stadt ehrt Kulturschaffende mit dem Walter-Kolbenhoff-Preis und dem Kulturförderpreis bei einem Festakt in der Stadthalle

Oberbürgermeister Andreas Haas mit der Leiterin des Kulturamts Medea Schmitt und den Preisträger*innen

Am 19. September 2019 war es wieder soweit: In feierlichem Rahmen überreichte Oberbürgermeister Andreas Haas den Walter-Kolbenhoff-Preis – den Kulturpreis der Stadt – an die früheren Schauspieler des Germeringer Rossstall-Theaters Irma Wachter und Willi Hörmann. Die Kulturförderpreise erhielten die Sopranistin Irina Firouzi, der Musiker, Komponist und Installationskünstler Daniel Mihaila, die Metallwerkstatt der Eugen-Papst-Schule unter der Leitung von Oliver Beran und die Germeringer Jugendbegegnungsstätte Cordobar für ihre Jugendkulturarbeit.

Zur Feier des Abends gaben sich die beiden frischgebackenen Walter-Kolbenhoff-Preisträger, Wachter und Hörmann, noch einmal die Ehre und schlüpften in die Rollen der beiden schrulligen Alten aus Joe DiPietros Stück „Carol und Ralph – noch einmal verliebt“. Und es schien als seien sie nie von der Bühne zurückgetreten. Doch nach 25 verschiedenen weiblichen (Haupt-)Rollen innerhalb von 30 Jahren – bei Hörmann waren es sogar über 50 Stücke, die er als Schauspieler, Intendant und Regisseur in der gleichen Zeit absolvierte – hatten beide sich Ende 2017 vom Rossstalltheater zurückgezogen. „Schließlich bedeutete jede Inszenierung drei Monate Proben, gefolgt von drei bis vier Monaten Spielzeit und das zwei Mal pro Jahr“, erläuterte Oberbürgermeister Andreas Haas in seiner Laudatio und ergänzt: „für Laien, die in ihrer Freizeit ehrenamtlich Theater machen, ist das eine enorme Leistung.“ Insgesamt hätten Irma Wachter und Willi Hörmann mit ihrem außerordentlichen Engagement das kulturelle Leben in Germering bedeutend geprägt und sich den Walter-Kolbenhoff-Preis mehr als verdient.

Auch die Kulturförderpreisträgerin Irina Firouzi eroberte sich mit ihrer Stimme den gesamten Orlandosaal. Die junge Sopranistin bedankte sich mit zwei Arien von Bellini und Puccini für die Auszeichnung. Aktuell gehört sie zum Ensemble der Kammeroper Augsburg, wo sie zuletzt in Mozarts „Entführung aus dem Serail“ mitwirkte. „Wir unterstützen sie gerne mit dem Förderpreis, damit sie schon bald auf den Bühnen der weltberühmten Opernhäuser bejubelt wird“, erklärte Haas. Dass es so kommen werde, stünde außer Frage, ergänzte er voll Überzeugung.

Gebannt lauschten die Gäste auch den Ausführungen von Kulturförderpreisträger Daniel Mihaila zur umfangreichen und minutiösen Tätigkeit eines Filmkomponisten und Medieninformatikers. Allein an seiner Video-Installation für die Magic-Forest-Ausstellung des Kunstkreises im Februar 2019 arbeitete er vier Monate lang, um jeden Ast und jedes Blatt als Computergrafik zu konstruieren. Nach seinem Studienabschluss im Sommer plant Mihaila, sich als Komponist im Game Design selbstständig zu machen.  
Viel Arbeit und Liebe zum Detail stecken auch in den Werken, die der freischaffende Künstler Oliver Beran mit den Schülerinnen und Schülern der Eugen-Papst-Schule in der schuleigenen Metallwerkstatt fertigt. „Ganz gleich ob Feuerschale, Bücherboxen, Rosenbogen oder Rankgitter – stets tituliert die Presse, Germering sei um eine Kunstattraktion reicher“, berichtet Haas nicht ohne Stolz. Mit dem Preisgeld hoffe die Stadt, Beran und seine Truppe bei der Realisierung neuer Werke finanziell ein wenig zu unterstützen.

Auch die Jugendbegegnungsstätte Cordobar findet mit Sicherheit gute Verwendung für ihren Kulturförderpreis, um die Bühne, die Probenräume und das hauseigene Tonstudio noch professioneller auszustatten. Unter der Leitung von Erwin Zißelsberger finden in der Jugendbegegnungsstätte außerdem regelmäßig Konzerte von Nachwuchsbands statt. „In der Cordobar und dank der Cordobar erhalten sie echte Anerkennung für ihren Elan und ihre Ausdauer, gewinnen an Selbstvertrauen, lernen aus „Verspielern“ und erleben ein beflügelndes Gemeinschaftsgefühl“, so der Oberbürgermeister. Zum Beweis, dass die Jungendkulturarbeit der Cordobar echten Hörgenuss bedeutet, spielte die Band Marvpaul zwei selbstgeschriebene Indie-Pop-Lieder.

Für einen schwungvollen musikalischen Gesamtrahmen sorgte zudem die Stadtkapelle Germering.

Die Entscheidung, wer mit dem Walter-Kolbenhoff-Preis und dem Kulturförderpreis ausgezeichnet wird, fällte der Stadtrat bereits im Frühjahr. Die Vorschläge stammten von einem eigens zusammengestellten Kuratorium. Dessen Mitglieder waren: Martina Frey, Günter Hornbostel, Josef Meier, Andreas Parzefall, Markus Steckeler, Constanze Wagner, Erwin Zißelsberger, die Stadträtinnen und Stadträte Centa Kessler, Gabriele Off-Nesselhauff, Dr. Hadi Roidl sowie Oberbürgermeister Andreas Haas.

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