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150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Germering

"Plan über die Erbauung eines Gemeindehauses für die Gemeinde Germering" aus dem Jahr 1927

Wenn die Freiwillige Feuerwehr Germering im Mai 2023 ihr 150-jähriges Bestehen feiert, reiht sich ihr Jubiläum in zahlreiche 150-Jahrfeiern freiwilliger Feuerwehren Bayerns ein. Auch die freiwillige Feuerwehr Unterpfaffenhofen feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Bestehen. Warum ist das so?

Bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts gab es erste Versuche in deutschen Städten, freiwillige Feuerwehren einzurichten. Es brauchte aber fast 100 Jahre, den Beginn der Industrialisierung und den aus der Märzrevolution um 1848/49 erwachsenen Wunsch der Bevölkerung nach demokratischem Mitwirken, bis sich auch in Deutschland freiwillige Feuerwehren dauerhaft etablieren konnten. Im Unterschied zum Brandschutz, der teilweise bereits ab dem Mittelalter in Gemeindeverfassungen festgeschrieben war und zu dem alle Bürger verpflichtet waren, war die Brandbekämpfung durch freiwillige Feuerwehren viel effektiver. Denn letztere waren durchorganisiert und ihre Mitglieder durch regelmäßige Übungen geschult. Im Ernstfall wusste jeder, was zu tun war. Nach den ersten Gründungen in Deutschland wuchs die Popularität freiwilliger Feuerwehren stetig. Bereits 1854 fand der 1. Deutsche Feuerwehrtag in Ulm statt. Nachdem 1868 der Bayerische Landes-Feuerwehr-Verband gegründet wurde, der bereits eine eigene „Zeitung für Feuerlöschwesen“ herausbrachte, kam es auch in Bayern zu zahlreichen Neugründungen freiwilliger Gemeindefeuerwehren. Im Jahr 1871 verschickte der Landesausschuss der bayerischen Feuerwehren durch das königliche Staatsministerium des Inneren an alle größeren Gemeinden des Königreichs eine kurze gedruckte Anleitung zur Errichtung freiwilliger Feuerwehren. Die Zahl der Neugründungen in Bayern explodierte regelrecht. Gab es im Jahr 1865 gerade mal 54 freiwillige Feuerwehren, waren es bis zum Jahr 1876 bereits 2920.

Vor diesem Hintergrund erstaunt die Gründung der Germeringer FFW im Jahr 1873 ebenso wenig, wie der rege Zuspruch, den die Vereinigung innerhalb der Gemeinde erfuhr. Im Jahr 1864 bestand Germering aus ca. 64 Häusern (inklusive Schule, Kirche und Pfarrhaus) mit etwa 420 Einwohnern. Von diesen waren 80 Mann bei der Feuerwehr engagiert, wie Bürgermeister Kiermair am 14. Juni 1873 „gehorsamst“ an das Königliche Bezirksamt Bruck meldete. Knapp 20 Prozent der Bevölkerung waren demnach bei der neuen freiwilligen Feuerwehr engagiert. Heute sind es in ganz Deutschland lediglich 1,25 Prozent!

Auszug aus dem Gemeindeinventar Germerings 1853/54

Wie zur damaligen Zeit üblich, bestand auch in Germering anfangs die Ausrüstung der Feuerwehrmänner aus sehr einfachen Hilfsmitteln. Ihnen wurden Gurt, Beil, Hacke und Helm gestellt, ihre Uniformjacken mussten die Männer selber zahlen. Darüber entstand ein reger Streit zwischen Feuerwehr und Bürgermeister, der durch das Amtsgericht Fürstenfeldbruck geklärt werden musste. Bürgermeister Kirmair hatte die Feuerwehr ursprünglich gegründet, war dann aber schnell von den Mitgliedern der Feuerwehr zugunsten des Gastwirts Johann Huber abgewählt worden. Der gekränkte Bürgermeister schob seine Abwahl auf das vom Wirt an die Feuerwehrmänner ausgegebene Freibier. In seiner Position als Gemeindevorsteher verhinderte er infolge dessen, dass aus dem Gemeindevermögen einheitliche Feuerwehrjacken bezahlt wurden. Das Gesetz wusste er auf seiner Seite, denn danach waren Uniformen zwar empfehlenswert, aber nicht absolut notwendig.

An technischer Ausstattung zur Brandbekämpfung gab es im Gemeindebesitz damals 63 Löscheimer, 3 Leitern, 3 Feuerhaken - um brennendes Stroh vom Dach zu ziehen - und eine Feuerspritze. Diese Feuerspritze taucht auch schon vor dem Jahr 1873 in den Ortsakten der Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen auf und ist damit der älteste archivalische Nachweis von Geräten zur Brandbekämpfung im Germeringer Stadtarchiv. Die wohl hölzerne handbetriebene Feuerspritze wird seit 1853 in der Inventarliste der Gemeinde Germering neben Gesetzesblättern, Flur- und Giftpflanzen, Gärten, Gemeindesiegeln, Decken, Besitzveränderungsbüchern und weiterem mobilen Besitz aufgelistet. Sie stellte wohl eine erhebliche Investition für so eine kleine Gemeinde wie Germering dar, da sie mit einem Wert von 310 Gulden neben den Kirchenglocken bei weitem der wertvollste Gegenstand im Gemeindeinventar war:

Beschlussbuch der Gemeinde Unterpfaffenhofen

So verwundert es nicht, dass die Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen am 19. März 1855 unter Druck des königlichen Landgerichts Bruck beschlossen, die „Feuerlösch-Maschine“ gemeinsam zu benützen und dass die Reparatur- und Unterhaltskosten gemeinschaftlich zu tragen seien. Auch dieser Beschluss hat sich in den Ortsakten des Stadtarchivs Germering erhalten:

 

Der gefasste Beschluss beider Gemeinden lautet im originalen Wortlaut:

"Die Gemeindeverwaltungen Germering und Unterpfaffenhofen, über den gemeinschaftlichen Gebrauch der Feuerlösch-Maschiene betr.:

Abgefaßt am 19ten März 1855

Unterm heutigen treffen die beiden Gemeinde-Verwaltungen von Germering und Unterpfaffenhofen zusammen und schließen über den gemeinschaftlichen Gebrauch der Feuerlösch-Maschine folgenden Vertrag ab:

 

Beschlussbuch der Gemeinde Unterpfaffenhofen

Die Gemeinde Germering besitzt eine wohlgebaute noch ganz im guten Zustande befündliche Feuer-Löschmaschiene diese ist und verbleibt Eigenthum der Gemeinde Germering jedoch einigen sich die beiden Verwaltungen so, daß diese fragliche Maschine bei allen falls vorkommenden Bränden in der Gemeinde Unterpfaffenhofen gebraucht werden soll, und die Gemeinde Unterpfaffenhofen dafürgehalten ist, die Reparatur und Unterhaltungs-Kosten mitzutragen. Diese Kosten sollen dann wie gewöhnlich alle anderen Kosten nach dem Steuerfuße ausgeschlagen und gedeckt werden.

Nach Verlesen unterzeichnen

Beide Landgemeinde-Verwaltungen"

Aus Unterpfaffenhofen unterzeichneten den Beschluss:
"Stroh Vorsteher
Handz
(Handzeichen des Schreibens unkundigen): + Seb. Demel
Florian Wagner
Mathias Wunderl"

Aus Germering unterzeichneten:
"Kirmair Vorsteher
Mathias Doll
Joseph Sollinger
Johan Streicher"

Laut ortsgeschichtlicher Überlieferung wurde diese hölzerne „Feuerlösch-Maschiene“ bereits im Jahr 1873 ausrangiert, als sich Germering eine eiserne Saug- und Druckspritze zulegte. Ein schriftlicher Nachweis findet sich im Stadtarchiv Germering hierzu leider nicht. Auch ist unklar, ob die Feuerlösch-Maschine von der Freiwilligen Feuerwehr Unterpfaffenhofen weiter mitbenutzt wurde, bis diese sich im Jahr 1894 eine eigene Feuerspritze zulegte. Auf alle Fälle zeigt der gemeinschaftliche Beschluss der Gemeinden Germering und Unterpfaffenhofen, dass man in Notzeiten auch damals schon an einem Strang zog. So wie sich heute die Feuerwehren Germering und Unterpfaffenhofen in brenzligen Situationen zur Seite stehen.

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